Die aktuellen Daten des deutschen Kaffeeverbandes zeigen, dass auch 2019 der Kaffeekonsum der Deutschen erneut gestiegen ist. Kaffee bleibt damit das beliebteste Getränk noch vor Wasser. Der Tchibo Report 2019 zeigt allerdings, dass auch Tee im Trend liegt – gerade auf der Arbeit. Es muss also nicht Kaffee oder Tee sein, sondern gerne auch einfach Kaffee und Tee.

Zwar trinkt mit 80% die deutliche Mehrheit Kaffee oder kaffeehaltige Getränke wie Latte Macchiatos oder Milchkaffees am Schreibtisch, doch immerhin knapp 40% greifen zu Tee in unterschiedlichsten Formen.

Mehr als 160 Liter Kaffee pro Kopf im Jahre kommen auf nur knappe 30 Liter Tee im Jahresdurchschnitt. Jedoch greifen die Deutschen nicht nur immer lieber zur Tasse Kaffee, sondern auch zur Tasse Tee, denn auch der Teekonsum steigt seit Jahren stetig an. Im weltweiten Vergleich erreicht Deutschland keine Spitzenplätze, wenn es darum geht, möglichst viel Tee zu trinken.

Tee Tasse Warm Schamong

Außergewöhnlich ist jedoch, dass der Tee-Weltmeister bei uns in der Heimat liegt - genauer gesagt in Ostfriesland. Noch vor den Briten, denen ihre Teetradition heilig ist, belegen die Ostfriesen Platz 1, denn sie trinken mehr als 300 Liter Tee pro Jahr.

Wie praktisch, dass der größte Teeimporthafen Europas ganz in der Nähe in Hamburg liegt. Dort haben auch der Deutsche Teeverband und der europäische Dachverband ihren Sitz.

Tee Tradition im hohen Norden

Wo so viel Tee getrunken wird, da gibt es selbstverständlich auch ganz eigene Traditionen und Rituale. Jedes Teetrinken beginnt traditionell mit einem Kandiszucker (auch “Kluntje” genannt), der zu Beginn in eine leere Teetasse gelegt wird. Der frisch aufgebrühte Tee wird anschließend in die Tasse über den Zuckerwürfel gegossen. Wer sich bis hierhin noch dachte, dass sich dieses Teeritual nicht sonderlich vom heimischen Teetrinken im Schwarzwald oder der Hauptstadt unterscheidet, der hat die “Wulkje” noch nicht kennengelernt. 

Bunting Teemuseum

Die “Wulkje” ist eine Sahnewolke, die als i-Tüpfelchen auf den heißen Tee gegeben wird. Nun ist der ostfriesische Tee fertig, der traditionell von oben nach unten genossen wird ohne umzurühren. Dabei wird die kalte Sahne zuerst gegessen, gefolgt vom heißen und meist sehr herben Tee, bis zuletzt die Reste des Kandiszuckers am Boden der Tasse verspeist werden. Kein Wunder, dass bei so einem Kunstwerk der Tee eine besondere Bedeutung in Ostfriesland hat. Auf die Frage „Kaffee oder Tee“ kennen die Ostfriesen daher ganz sicher eine eindeutige Antwort – und auch die Ökobilanz spricht für sie.

Kaffee- und Teevielfalt

So wie es in der Kaffeewelt nicht nur den einen klassischen Kaffee gibt, sondern auch Latte Macchiatos, Espresso, Milchkaffees und weitere Kreationen, so gibt es auch in der Teewelt eine bunte Vielfalt für alle Geschmäcker. Oben auf der Favoritenliste der Deutschen stehen Schwarz- und Grüntees, gefolgt von Teemischungen mit Kräutern und Früchten. Besonders im Trend sind seit den letzten Jahren nicht nur ausgefallene Teekombinationen, wie “American Cheesecake” oder “Kirsch-Sahne-Blaubeer-Torte”, sondern auch damit einhergehend ausgefallene Namen wie “Heiße Liebe”, “Wolke-7-Tee” oder “Zeit für Entspannung.” Ganz egal ob Kaffee oder Tee – es wird auf jeden Fall so schnell nicht langweilig.

In der Zubereitung herrscht jedoch eine deutliche Präferenz im Vergleich zu den unendlichen Varianten sich die eigene Tasse Kaffee zuzubereiten. Über 80% greifen auf Beuteltee zurück und nur etwas weniger als 20% verwenden lose Teeblätter und Kräutermischungen, die in sogenannten Teebällen aufgegossen werden. Die Experimentierfreudigkeit der Deutschen ist also ganz abhängig davon, ob Kaffee oder Tee getrunken wird.

Koffein König – Kaffe oder Tee

Liebhaber von Espresso, Latte Macchiato oder der Tasse Filterkaffee am Morgen im Büro versprechen sich vor allem häufig ein höheres Energielevel und das Gefühl vollkommen wach zu sein. Dafür sorgt vor allem das Koffein im Kaffee, aber wie sieht das eigentlich beim Tee aus?

Koffein als Alkaloid ist ebenso wie im Kaffee auch im Tee enthalten.

In Abgrenzung zum Koffein, was vorrangig mit dem Kaffee trinken verbunden wird, wird es häufig auch als Tein bezeichnet. Die Alkaloide Koffein, Theophyllin und Theorbromin, die im Teestrauch zusammen auftreten, entfalten wie auch eine Tasse Kaffee recht schnell ihre Wirkung.

Ähnlich wie beim Kaffee auch, sorgt koffeinhaltiger Tee für eine Förderung des Stoffwechsels, eine erhöhte Pulsfrequenz und eine direkte Stimulierung des zentralen Nervensystems – was uns den besonderen “Kick” am Morgen gibt. Hier gilt, dass ein Tee umso kräftiger wirkt, je kürzer die Ziehzeit nach dem Aufbrühen ist. Das liegt daran, dass die anregenden Inhaltsstoffe mit der Zeit abgebaut werden, sodass die muntermachende Wirkung von Koffein und Co. nach und nach schwächer wird. Mit Blick auf die Zufuhr von Koffein ist es also erstmal egal, ob Kaffee oder Tee getrunken werden – wach machen tun beide Getränke.

Im Gegensatz zum Kaffee ist der Teegenuss – in der Theorie jedenfalls – bekömmlicher und vor allem nachhaltiger in seiner belebenden Wirkung. Das liegt daran, dass Kaffeebohnen im Prozess der Röstung viele Stoffe, die den Genuss bekömmlicher machen, verloren gehen. Im Tee jedoch bleiben sie erhalten, was dafür sorgt, dass das aufgenommene Koffein sich gleichmäßiger abbaut. Da Kaffee in der Regel allerdings mit wesentlich weniger Wasser vermischt wird – im Vergleich zum Tee – werden Wirkung und Geschmacksintensität beim Trinken einer Tasse Kaffee intensiver wahrgenommen. Die Frage, ob Kaffee oder Tee mehr Koffein enthalten hängt also von vielen verschiednen Faktoren ab.

Tee Schamong

Kaffee oder Tee – was hält länger wach?

Wie auch beim Kaffee schon, gibt es keinen einheitlichen Wert für den Koffeingehalt im Kaffee. Je nach Teesorte kann der Koffeingehalt zwischen 0,1% und 6,2% liegen. Mate und Matcha Tee führen die Rangliste der koffeinhaltigen Teesorten an mit 30-35 mg Koffein pro 100ml, gefolgt von schwarzem Tee mit ca. 17 mg. Früchte- und Kräutertees weisen in der Regel gar kein Koffein auf.

Alleine schon mit Blick auf verschiedene Grünteesorten zeigen sich große Unterschiede. Hier gibt es starke Teesorten mit relativen hohen Mengen an Koffein (ca. 2,3-3,5%), die mit Kaffee zu vergleichen sind (z.b. Tencha, Matcha, Sencha der ersten Pflückung), Sorten mit mittlerem Koffeingehalt (ca. 2,1%) wie der Sencha der zweiten Pflückung, sowie fast koffeinfreien Sorten (ca. 0,1-0,5%) wie Sannenbancha. Besonders bei grünem Tee wirkt das Koffein durch sein Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen des Tees sehr mild und hält länger im Körper an, da es vor allem das zentrale Nervensystem anregt und das körpereigene Adrenalin langsamer ausschüttet, als es beim Kaffeekonsum der Fall ist. Wie auch beim Kaffee gilt beim Tee auch, dass Koffein eine gesundheitsfördernde Wirkung haben kann – die sogar wissenschaftlich nachgewiesen ist – wenn es in Maßen konsumiert wird. Wenn Sie sich also nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper etwas Gutes tun wollen, dann können Kaffee oder Tee auf jeden Fall dabei helfen. Wenn das mal keine guten Neuigkeiten sind?

3 thoughts on “Kaffee oder Tee – Das ist hier die Frage

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