Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Deutschen. Fast jeder hat sein ganz eigenes Lieblingsgetränk – sei es der Kaffee aus der Filtermaschine morgens nach dem Aufstehen, eine kleine Tasse aus dem Espressokocher auf der Arbeit oder der klassische Kaffee Americano im Cafe auf dem Weg zu Freunden. Welche Kaffeesorten gibt es eigentlich weltweit?

Wenn der Kaffee bereit gestellt wird, dann machen wir uns in der Regel wenig Gedanken um verschiedene Kaffeesorten – Hauptsache der Kaffee schmeckt gut. Doch wer schon einmal in einer Kaffeerösterei, beim Fachhändler um die Ecke oder im Internet Kaffee kaufen wollte, der kann sich schnell einer schier endlosen Auswahl gegenüber sehen und verunsichert sein. Damit das in Zukunft nicht mehr vorkommt, nehmen wir Sie in diesem Artikel in unserem Magazin mit in die Welt der Kaffeesorten. Kaffee hat mehr als 800 Geschmacksausprägungen, die ihren Ursprung in ganz unterschiedlichen Kaffeesorten haben.

Es gibt drei zentrale Anbaugebiete, die unterschieden werden können:

  1. die Arabica Zone
  2. die Robusta Zone
  3. die Arabica und Robusta Zone

Der Ursprung der Kaffeesorten: Kaffeepflanze und Kaffeebohne

Wer verstehen möchte, wie all diese unterschiedlichen Kaffeesorten zu Stande kommen, dem hilft ein Blick auf eine Weltkarte, welche die verschiedenen Anbaugebiete zeigt. 2018 wurden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO weltweit etwa 10,3 Millionen Tonnen Kaffeebohnen geerntet. Hauptanbaugebiete für Kaffee im allgemeinen sind Brasilien, Indonesien, Vietnam, die den weltweit größten Export von Kaffee verzeichnen.

Arabica-Kaffee und Robusta-Kaffee machen fast 100% des weltweiten Kaffeehandels und -konsums aus, daher sind sie am bekanntesten und werden auch am häufigsten abgebaut. Arabica-Kaffee wird vor allem in Mittelamerika und der Karibik angebaut, sowie in Venezuela, Peru, Bolivien oder Kolumbien. Robusta-Kaffee ist etwas kälteempfindlicher, daher kann er nur auf dem 10. Breitengrad angebaut werden, in Ländern in Südostasien oder Westafrika. Weniger als 1% des weltweiten Kaffeekonsums entfallen auf andere weniger bekannte Kaffeesorten, die wir Ihnen jedoch ebenfalls weiter unten noch vorstellen möchten.

Insgesamt gibt es über 100 Kaffeearten – von denen sich circa 40 zur Herstellung von Röstkaffee eignen – und noch mehr Kaffeesorten. Von einer Kaffeeart wird gesprochen, wenn es um die pflanzliche Spezies geht, also spezielle Kaffeebohnen, die aus der Kaffeepflanze gezüchtet werden können.

Kaffeesorten hingegen werden nicht auf Grund der Botanik unterschieden, sondern hinsichtlich verschiedener “externer” Faktoren, wie dem Klima, den Anbaubedingungen, der Intensität der Röstung oder der Methode der Verarbeitung. Dementsprechend haben verschiedene Kaffeesorten wesentlich mehr feine Nuancen im Geschmack, als Kaffeearten. Es gibt viele Wege und Worte Kaffeearomen zu beschreiben. Zu den häufigsten zählen fruchtig, mineralisch, nussig, hölzern, würzig, floral oder auch chemisch.

Mit diesem Wissen können Sie ihre Freunde und Familie von nun an mit Wissen rund um den Ursprung der Kaffeesorten erfreuen. Damit Sie wissen, welche verschiedenen Kaffeesorten es gibt, stellen wir Ihnen nachfolgend die beiden Klassiker – Robusta und Arabica – vor, sowie weitere eher unbekannte Kaffeesorten und drei besonders luxuriöse und kostspielige Alternativen. Bei allen Sorten empfehlen wir Ihnen, dass Sie auf Nachhaltigkeit  achten und so faire Anbaubedingungen und einen gerechten globalen Handel unterstützen. Mehr zum Thema Nachhaltigkeit erfahren Sie hier. 

Kaffeesorten im Überblick: Kaffee Robusta

Die Robusta-Pflanze ist – wie der Name schon vermuten lässt – sehr robust und kann daher an vielen Orten unter verschiedenen Anbaubedingungen angebaut werden. Robusta Pflanzen fühlen sich auch bei höheren Temperaturen wohl und brauchen keine Mindesthöhe, um heranzureifen. Schädlinge können hier eher wenig anrichten. So robust die Pflanze ist, so kräftig ist auch der Geschmack einer Robusta-Röstung, die mit bis zu 5% Koffeingehalt fast doppelt so viel Koffein enthalten kann, wie eine Arabica-Röstung. Auf Grund des eher kräftigen, erdigen und bitteren Geschmacks verwendet man Robusta Kaffee als Kaffeesorte vor allem für Espresso.

Kaffeesorten im Überblick: Kaffee Arabica

Arabica ist die beliebteste Kaffeesorte der Welt. Sie wird vorrangig in Mittel- und Südamerika sowie im Südosten von Afrika angebaut. Die Arabicabohne ist sehr sensibel gegenüber Temperaturen und gedeiht daher nur bei Anbaubedingungen zwischen 18 und 22 Grad Celsius und einer Höhenlage von über 1000 Metern. Die Kaffeekirsche kann hier besonders langsam reifen, was ihr ein breites und volles Aroma verschafft. Es gibt mittlerweile viele Varianten von Arabica, die daher eine noch breitere Vielfalt an Aromen erzeugen können von nussigem Geschmack bis hin zu leichtem und blumigen Genuss. Arabica Kaffee ist vor allem für all diejenigen geeignet, die es gerne mild mögen und einen eher geringen Koffeinanteil bevorzugen, da Arabica Kaffee mit ca. 1-2% Koffeingehalt deutlich unter dem Robusta Kaffee liegt.

Weitere Kaffeesorten: Excelsea, Liberica, Maragogype

Eine weitere Kaffeesorte ist Excelsea, die auf Grund ihres erdigen und recht kräftigen Geschmacks den Erzählungen nach an Scotch erinnert. Sie ist eine Delikatesse und eher selten. Ihre Pflanzen können bis zu 20 Meter hoch ragen, brauchen nur wenig Regen und bevorzugen trockene Anbaugebiete. Entdeckt wurde diese Sorte im Tschad in Afrika, sie ist jedoch heute auch in Südostasien zu finden und ist eine Varietät der Liberica.

Liberica ist sehr robust – noch robuster als die Robusta Kaffeesorte – und wächst vorrangig in Dschungelgegenden. Im Geschmack ist sie sehr herb und holzig und findet daher auch auf Grund ihres hohen Koffeingehalts heute wenig Anklang. In den 80er Jahren jedoch gewann sie weltweit an Bedeutung, als die Arabica-Ernte überall durch Schädlinge befallen war und Alternativen mit größeren Abwehrkräften und einer höheren Robustheit gefragt waren.

Kreuzt man Liberica Kaffee mit Arabica entsteht eine weitere Kaffeesorte, nämlich Maragogype. Die Früchte sind säurearm und mild und eignen sich daher besonders gut für all diejenigen, die eher eine schonende Variante suchen. Maragogype Kaffeebohnen haben den Spitznamen “Elefantenbohnen” bekommen, da sie rund 30 bis 40% größer sind als Arabica Bohnen.

Luxus Kaffeesorten: Kopi Luwak, Black Ivory und St. Helena Kaffee

Zu den teuersten und exklusivsten Kaffeesorten gehören ohne Frage unter anderen Black Ivory aus Thailand, St. Helena Kaffee von der gleichnamigen Atlantikinsel westlich von Südafrika und Kopi Luwak. Kopi Luwak ist mit einem Kilopreis von über 1000€ die teuerste Kaffeesorte der Welt. Doch bei der Mischung aus Arabica, Excelsea und Liberica ist Vorsicht geboten: Kopi Luwak wird umgangssprachlich häufig als “Katzenkaffee” bezeichnet, da die Kaffeekirschen zuerst von “Schleichkatzen” gefressen und verdaut werden, bevor aus ihren Ausscheidungen die Kaffeebohne gewonnen und weiterverarbeitet wird. Der besondere und einmalige erdig-schokoladige Geschmack soll so zu Stande kommen, jedoch häufig nur durch Tierquälerei. Die Produktion ist daher vor allem von Tierschützern umstritten, da die Katzen in der Regel nicht artgerecht gehalten werden, sondern lediglich als Mittel zum Zweck zur Gewinnung dieser hochwertigen Kaffeesorte.

Hände weg von Kopi Luwak und der Tierquälerei!

Sollten Sie einmal Kopi Luwak probieren wollten, achte Sie unbedingt auf die Zertifizierung „aus Wildlese“, damit den Tieren kein Schaden zugefügt wird.

Die Tierschutzorganisation Peta hat weitere Informationen zusammengestellt.

Hier eine Liste unserer beliebtesten Röstungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.