In den letzten Artikeln in unserem Magazin haben Sie bereits vielfältige Themen rund um Kaffee und die Kaffeezubereitung kennengelernt. Heute möchten wir uns einem Thema widmen, was häufig unterschätzt wird oder zu wenig Beachtung findet: Das Kaffeewasser.

Starten wir mit den Basics: Was hat es mit Wasser eigentlich auf sich?

Wenn wir uns mit der Kaffeezubereitung beschäftigen, reden wir vom Trinkwasser, was in deutschen Haushalten direkt aus dem Wasserhahn kommt.

Bei allen Prozessen in der Kaffeewelt wird von Genießern ein hoher Qualitätsanspruch geltend gemacht: Die besten Bohnen – am besten aus nachhaltigem Anbau -, die feinsten Geräte und Zubereitungsutensilien, die perfekte Lagerung – und dem Geschmackserlebnis steht nichts mehr im Weg. Die Qualität des Kaffeewassers, mit dem der Kaffee hergestellt wird, ist jedoch mindestens genauso wichtig, wie die Auswahl der Bohnen, denn es hat selbstverständlich einen Einfluss auf den Geschmack.

Trinkwasser besteht zu großen Teilen aus Mineralien. Mineralien sind kalkbildende Stoffe und sind zusammengesetzt aus dem Gesamtsalzgehalt, sowie der Karbonat-, Permanent- und Gesamthärte. Trinkwasser wird in Deutschland aus verschiedenen Quellen gewonnen, daher hat auch jedes Trinkwasser andere Inhaltsstoffe, die durch das Gestein und die Bodenverhältnisse des jeweiligen Quellorts bestimmt werden. Die Härte des Wassers und der pH-Wert sind daher je nach Ursprung verschieden und können stark variieren. Da Kaffee fast ausschließlich (annähernd 100%) aus Wasser besteht, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf diese chemischen Themen zu werfen.

Der Härtegrad von Trinkwasser wird als “Grad deutscher Härte” angegeben und in „°dH“ gemessen. Welchen Härtegrad Wasser hat hängt unter anderem mit dem Mineralstoffgehalt zusammen – im Wasser häufig Magnesium und Calcium. Je mehr dieser Mineralstoffe im Wasser vorhanden sind, desto härter ist es. Dies sind übrigens auch die Stoffe die in Kombination mit weiteren Bestandteilen dafür sorgen, dass Kaffeemaschinen oder Wasserkocher verkalken, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden.

Die Chemie des Kaffeewasser

Für Kaffeeliebhaber sind vor allem zwei Bestandteile des Wassers von Bedeutung: der Härtegrad und der Sauerstoffgehalt.

Was passiert, wenn das Kaffeewasser zu hart ist?

Wenn das Wasser, mit dem ein Kaffee aufgebrüht wird, zu hart ist, dann können sich die Aromen der Kaffeebohnen bzw. des Kaffeepulvers nicht richtig entfalten. Ein Kaffee, der mit zu hartem Wasser zubereitet wird schmeckt “langweilig” (und leicht metallisch), da die vielen Mineralstoffe die Geschmacksstoffe des Kaffee blockieren und die feinen Fruchtsäuren neutralisieren.

Was passiert, wenn das Kaffeewasser zu weich ist?

Kaffeewasser ist zu weich, wenn Mineralstoffe fehlen, zum Beispiel weil das Wasser destilliert wurde. Wenn Minerale fehlen, dann schmeckt die Tasse Kaffee säuerlich und bitter.

Welche Rolle spielt destilliertes Wasser?

Destilliertes Wasser findet man in jedem Supermarkt und es hilft Wunder bei verkalkten Küchengeräten. Ist es damit auch eine Lösung als Kaffeewasser? Die Antwort ist hier (leider) nein, denn beim Destilliervorgang gehen viele Minerale im Trinkwasser verloren. Diese sind jedoch wichtig für einen ausgewogenen Geschmack. Wie bereits bei der zweiten Frage erwähnt, wird das Wasser beim Destillieren zu weich und verzerrt den Geschmack des Kaffee. Wie Sie sehen, haben viele verschiedene Punkte Einfluss auf die Wasserqualität und damit die Qualität Ihres Kaffees. Unsere Baristi empfehlen beim Kaffeewasser einen Härtegrad zwischen 5 und 8 °dH bei einem neutralen pH-Wert von ca. pH 7.

Wie es um das Leitungswasser in Ihrer Region steht, erfahren Sie beim zuständigen Wasseramt oder auf Fachseiten wie wasserhaerte.net.

Welche Rolle spielt der Sauerstoffgehalt im Wasser?

Wie bereits eingangs erwähnt, ist mit Blick auf die Kaffeezubereitung vor allem der Mineralgehalt und der Sauerstoffgehalt im Kaffeewasser relevant. Sicherlich haben Sie schon einmal versehentlich einen Kaffee mit altem, eher abgestandenem Wasser, zubereitet und festgestellt, dass er trotz bester Bohnen schal schmeckt. Wenn Sie Wasser im Wasserkocher oder Topf abkochen kommt es zum selben Effekt, denn der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt, je länger Sie das Wasser kochen. Sollten Sie über die Feiertage (oder für einen Urlaub) längere Zeit nicht in Ihrer eigenen Wohnung gewesen sein, sollten Sie daher erst ein bisschen angestautes und abgestandenes Wasser aus dem Wasserhahn laufen lassen, damit Sie sich Ihren ersten Kaffee dann mit frischem Wasser aufbrühen können.

Das richtige Kaffeewasser – mit dem richtigen Filter

In und um Köln hat das Leitungswasser einen relativ hohen Härtegrad von ca. 22 °dH. Leitungswasser in Deutschland ist generell recht hart (z.B. Berlin ca. 19 °dH, Frankfurt am Main 20 °dH, München 16 °dH), sodass es in den meisten Fällen eine Enthärtungsmethode braucht, um aus Leitungswasser hochwertiges Kaffeewasser zu machen. Hier kann ein Tischwasserfilter helfen.

Kaffee Temperatur

Der Tischfilter

Ziel eines Tischfilters ist es, aus normalem Leitungswasser hochwertiges Kaffeewasser zu machen. Dafür wird das Wasser durch Mineralgranulat geleitet, um einen sogenannten Ionenaustausch stattfinden zu lassen. Hierbei bleiben überschüssige Mineralien des Wassers im Filter zurück, während eine unzureichenden Mineralienmenge ausgeglichen werden kann. Tischfilter haben in der Regel eine Kombination aus verschiedenen Filtern, damit in aufeinanderfolgenden Prozessen das Beste aus dem Wasser herausgeholt werden kann. Ein Aktivkohlefilter entfernt so zum Beispiel ungewollte Geschmacks- und Geruchsstoffe wie Chlor; im letzten Feinschliff werden überflüssige Partikel und Schwermetalle herausgefiltert. Insgesamt wird der pH-Wert korrigiert und das Wasser kann anschließend als hochwertiges Kaffeewasser verwendet werden. Keime werden jedoch – entgegen eines gängigen Irrglaubens – bei einem Wasserfilter nicht entfernt! Für langanhaltende Freude am Wasserfiltern, sollte der Filter selbst daher regelmäßig ausgetauscht werden. Ebenso sollten die Kaffeemaschine oder sonstige Zubereitungsgeräte regelmäßig entkalkt und gesäubert werden, damit sich keine Ablagerungen bilden, die den Geschmack verschlechtern.

Filter im Kaffeevollautomaten

Wer einen Kaffeevollautomaten sein Eigen nennen kann, der braucht in der Regel das Wasser nicht noch einmal in einem separaten Schritt filtern, denn integrierte Filterkartuschen übernehmen diese Aufgabe. Auch hier sollte man jedoch wissen, welche Wasserhärte das zugeführte Leitungswasser hat, damit die Maschine dahingehend eingestellt werden kann. Selbstverständlich sollte man auch hier eine regelmäßige Reinigung vornehmen.

Was ist also “gutes Kaffeewasser”?

Zum Abschluss möchten wir gerne noch einmal die Kernfrage dieses Artikels aufgreifen: Was ist “gutes Kaffeewasser”? Gutes Kaffeewasser zeichnet sich dadurch aus, dass es den Geschmack und die Aromastoffe des Kaffees voll zur Geltung bringt. Eine Aufbereitung des eigenen Leitungswassers zu Hause kann das Geschmackserlebnis der morgendlichen Tasse Kaffee deutlich aufwerten – bei einem vergleichsweise geringen Aufwand. Unsere Baristi haben daher eine ganz klare Botschaft: Vernachlässigen Sie das Kaffeewasser nicht und schauen Sie sich verschiedene Filtermethoden an. So holen Sie das beste aus Ihrem Kaffee heraus!

Hier eine Liste unserer beliebtesten Röstungen

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